Grußworte
Grußwort 2004-XVI
Sehr geehrte Damen und Herren,

es wäre ungerecht und historisch falsch, der ganzen SPD vorzuwerfen, sie habe seit jeher ein gestörtes Verhältnis zur deutschen Einheit. Auch in der SPD gab es große Politiker, die sich um die Wiedervereinigung Deutschlands und Europas verdient gemacht haben. Zur historischen Wahrheit gehört aber leider auch, dass viele führende Politiker aus der "Enkelgeneration", unter Ihnen Bundeskanzler Schröder, im Rahmen ihrer gesamten politischen Tätigkeit, sei es in den 70er und 80er Jahren, sei es bei der einmaligen Chance 1989/90 oder in den Jahren danach, die Einheit innerlich und teils offen abgelehnt haben.

Vor diesem Hintergrund muss man sich über den Schröder-Eichel-Vorschlag, den Tag der deutschen Einheit als datumsfixierten Feiertag abzuschaffen, nicht wundern. Es ist gut, dass diese Pläne aufgrund des breiten Protestes schnell wieder in der Schublade verschwinden mussten. Und es ist gut zu sehen, dass der Protest quer durch alle Bevökerungsgruppen und politischen Lager ging. Zum 15. Jahrestag des Mauerfalls kann man damit feststellen, dass die Deutschen trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten mehrheitlich weiter fest zur Wiedervereinigung stehen.

Der Beitrag einer Feiertagsstreichung zum wirtschaftlichen Wachstum und erst recht zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist sehr gering. Wenn die Deutschen aber durch eine Feiertagsstreichung ein Signal für Aufbruch durch Mehrarbeit geben wollen, läge doch nichts näher, als am Tag der Arbeit auch tatsächlich zu arbeiten. Heute, wo sich die Gewerkschaftsbewegung fast zu Tode gesiegt hat, passt ein solcher arbeitsfreier Tag zur Unterstützung der Arbeiterbewegung viel weniger in die politische Landschaft als in den Jahrzehnten um 1900, als die Gewerkschaften in Deutschland leider vergeblich für die Einrichtung dieses Feiertages gekämpft haben. Somit erinnert der 1. Mai in Deutschland nur an das vergiftete Geschenk Adolf Hitlers, der ihn 1933 zum Feiertag machte und gleich am nächsten Tag die Gewerkschaften zerschlug. Kein schönes Andenken.

Herzliche Grüße

Thomas Köhler
1. stellv. Vorsitzender

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